Organisation

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Grußwort des Vorsitzenden

Liebe Mitglieder und Interessierte des Vereins KOMMUNAL 4.0 e.V.,
die deutsche Wasser- und Abwasserinfrastruktur hat sich bis heute sozial und räumlich ausgewogen entwickelt und ist über viele Jahrzehnte heterogen gewachsen. Dies gewährleistet eine flächendeckende Ver- und Entsorgung, gleichzeitig resultiert aber daraus eine zu geringe Betriebsflexibilität für Netz- und Anlagenbetreiber bezüglich der Anpassung an Extremwetterereignisse als Folge des Klimawandels, an ein verändertes Konsumentenverhalten oder an die Folgen des demografischen Wandels. Viele kommunale Entscheider suchen deshalb nach neuen Wegen, um neue und vorhandene Netze und Anlagen hinsichtlich zukünftiger Investitionen und Betriebskosten näher an die realen Nutzungsbelange anzupassen. Auf bisherige, oftmals ungenaue Schätzungen soll weitestgehend verzichtet werden. Einen wesentlichen Beitrag zur Lösung dieser Aufgaben erhoffen sich viele Fachleute durch die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung. Insbesondere im Umfeld von Industrie 4.0 schaut man nach übertragbaren Anwendungen, um beispielsweise durch bessere Prognosemodelle, die sich auf zahlreiche Echtzeitdaten stützen, oder durch autarke Maschinensteuerungen auf Basis intelligenter Datenerfassung, -sammlung und -auswertung, die Grundlage für eine moderne Anlagen- und Netzbewirtschaftung zu schaffen.

Mit der zunehmenden Digitalisierung in der kommunalen Wasserwirtschaft ergeben sich neue Herausforderungen, aber auch manche offene Fragen. Im Mittelpunkt steht derzeit die Diskussion um die IT-Sicherheit, die durch die Zuordnung der Wasserwirtschaft zu den kritischen Infrastrukturen eine besondere Bedeutung hat. Aber auch Fragen zur Datenhoheit oder dem Datenschutz mit Hinblick auf die neue europäische Datenschutzgrundverordnung müssen zeitnah und auskömmlich beantwortet werden. Ebenso anspruchsvoll ist der Weg zu einer geeigneten Organisationsform und die Wahl adäquater Kompetenzvermittlungen der Mitarbeiter. Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung bleiben allerdings die vielen kleinen und großen technischen Aufgaben, um die Antworten auf die ursprüngliche Frage nach einer besseren Flexibilität der Netze und Anlagen zu finden.

Die Branche geht bereits viele kleine Schritte und erprobt erste Lösungen. Dazu zählt in besonderer Weise das vom BMWi geförderte Projekt KOMMUNAL 4.0. Es ist das erste Vorhaben, welches eine webbasierte Daten- und Serviceplattform für die kommunale Infrastruktur am Beispiel der Wasser¬wirtschaft entwickelt und ergänzend zugehörige innovative Anwendungstools modelliert und Geschäftsmodelle konzipiert. Diese werden anschließend am Realobjekt bei verschiedenen Kommunen erprobt. Zeitlich befristete Förderprojekte wie KOMMUNAL 4.0 verlieren systembedingt nach Projektabschluss an Aktivität, gute Ideen und aufgebaute Expertennetzwerke können nur unzureichend weiter gepflegt werden. Dies ist bei thematisch abgeschlossenen Vorhaben bedauerlich, aber meistens akzeptabel. Im Falle von KOMMUNAL 4.0, bei dem es neben den technischen Entwicklungen in bedeutendem Umfang um Grundlagenvermittlung, Aufklärung und Information geht, wäre ein abruptes Aktivitätenende nach Projektabschluss mit weitaus mehr negativen Konsequenzen verbunden. Die Projekterfahrungen der ersten 12 Monate haben gezeigt, dass viele beteiligte Kommunen dank des Projektes eine in der Branche bislang nicht bekannte Unterstützung bei einem so neuen Thema wie der Digitalisierung erfahren konnten. Die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung erfordert auf allen Seiten viel Informationsarbeit, benötigt Zeit und wird die Branche die nächsten 10, 15 Jahre oder noch länger intensiv beschäftigen. Daher wird diese Art der Begleitung aufgrund der Komplexität der Digitalisierung dauerhaft vorteilhaft zu sein. Nicht alle Kommunen und Städte haben die Möglichkeit, am Förderprojekt KOMMUNAL 4.0 teilzunehmen oder setzen ihre Prioritäten für die Digitalisierung erst in den kommenden Jahren. Damit Kommunen und Städte auch nach Projektabschluss von KOMMUNAL 4.0 fachbezogene Informationen, kompetente Ansprechpartner und Unterstützung finden können, wurde am 08.02.2017 in Schwäbisch Gmünd der Verein KOMMUNAL 4.0 e.V. gegründet. Er wird sich im Sinne des Förderprojektes KOMMUNAL 4.0 als Drehscheibe der Digitalisierung kommunaler Infrastrukturen um so wichtige Aufgaben wie Informationsbereitstellung, Aus- und Weiterbildung sowie Networking kümmern.

Ich lade Sie nun ein, auf unserer Homepage zu verweilen, und sich über unsere Vereinsinhalte und -leistungen zu informieren. Sprechen Sie uns einfach an, wir beantworten gerne Ihre Fragen.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Günter Müller-Czygan
Vorsitzender KOMMUNAL 4.0 e.V.

Gründungsmitglieder KOMMUNAL 4.0 e.V. Hintere Reihe v.l.: Peter Honsel, Hans-Peter Boos, Richard Ernst, Uwe Siemann, Daniel Storhas, Martin Penka. Vordere Reihe v.l.: Michael Schlichenmaier, Günter Müller-Czygan, Rainer Steffens Quelle: HST Systemtechnik GmbH & Co. KG

VORSTAND

Vorsitzender:
Günter Müller-Czygan (HST Systemtechnik GmbH & Co. KG)

Stellv. Vorsitzender:
Richard Arnold (Oberbürgermeister Schwäbisch Gmünd)

Schatzmeister:
Peter Honsel (Honsel Consult GmbH)

Beirat

Prof. Dr.-mult. Karl-Ulrich Rudolph (IEEM gGmbH)
Rainer Steffens (Stadtwerke Schwäbisch Gmünd)
Hans-Peter Boos (Kreis Kleve Abfallwirtschaft GmbH)
Richard Ernst (HST Systemtechnik GmbH & Co. KG)